Psychodrama

Ursula N. Roer am 13. Februar 2010

“Psychodrama ist Einladung zu einer Begegnung – im Spiel und Begegnung, ob in Zufall, Liebe oder Streit bedeutet Zusammenfinden mit dem Gegenüber. Begegnung ist bewusste, fühlende und handelnde Teilnahme am lebendigen Sein. Durch die Einheit von Denken, Fühlen und Handeln.”
J. L. Moreno

Die laufenden Gruppen sind geschlossene Gruppen, der Eintritt ist jeweils nur zum Halbjahresbeginn möglich!

Psychodrama wurde entwickelt vom österreichischen Arzt Jakob Levy Moreno (1890–1974) in Wien.

Was ist Psychodrama?

Das Psychodrama entstand als „Therapie in der Gruppe mit der Gruppe für die Gruppe“ aus dem Stegreiftheater und war die erste Gruppenpsychotherapie. Der Klient (Protagonist) gestaltet als Hauptdarsteller des psychodramatischen Spiels im „Hier und Jetzt“ einer Psychodrama – Bühne sein therapeutisches Thema.

Als Mitglied der Gruppe erhält der Protagonist mit deren Erlaubnis die Möglichkeit, seine eigene Thematik oder diejenige der Gruppe mit der Unterstützung des „Spielleiters“ und ausgewählten Hilfs-Ichs zu bearbeiten. Die Zuschauer lassen sich vom Spiel des Protagonisten berühren, greifen mit Unterstützung des Spielleiters ein und geben zu guter Letzt wie alle anderen Mitspieler eine empathische und, wo notwendig, kritische Rückmeldung. Allerdings kann es auch bei nicht oder kaum ins Spiel integrierten Zuschauern zu einer heilsamen Erschütterung, einer Katharsis, kommen.

Welches Ziel verfolgt Psychodrama?

Ziel des Psychodramas ist die Aktivierung und Integration von Spontaneität und Kreativität. Konstruktives spontanes Handeln ist zustande gekommen, wenn der Protagonist für eine neue oder bereits bekannte Situation eine neue und angemessene Reaktion findet (Moreno,1959, S.34).

Was lernen wir durch Psychodrama?

Wir lernen soziale Rollen, welche den Individuen und individuellen Situationen nicht gerecht werden können. Je mehr die natürliche Kreativität – nach Moreno als „allerhöchste nukleare Struktur des Universums“ – durch verschüttete „Spontaneität“ nicht zum Einsatz kommen kann, umso mehr sind wir an festgefahrene Rollenbilder verhaftet.

Wer beherrscht die Psychodrama -Techniken?

Psychodrama sollten nur von Therapeuten angewendet werden, die in der Lage sind, mit den aufgewirbelten Emotionen der Mitspieler umzugehen und diese aufzufangen.

Was ist Doppeln?

Das Doppeln hilft dem Protagonisten, seine nicht bewussten oder abgewehrten Motive und Gefühle zu erkennen. Ein Teilnehmer stellt sich hinter ihn und flüstert ihm die Gefühle und Gedanken über die Schulter, die er intuitiv durch Einfühlung und Gegenübertragung beim Protago-nisten wahrnimmt. Der Protagonist prüft dann, ob das Gehörte mit selbst Gedachtem oder Gefühlten übereinstimmt. Wenn ja, nimmt er es in seine Spielhandlung mit auf, wenn nein, schüttelt er verneinend den Kopf.

Was ist Sharing & Feedback?

Beim Sharing berichten zuerst die Mitspieler und dann die Zuschauer, was sie erlebt, und was sie für ihr eigenes Leben daraus gelernt haben. Beim Feedback geben die Mitspieler und die Zuschauer direkte Rückmel-dungen an den Protagonisten. Beides dient der Verarbeitung des Erlebten und der Interaktion der Erfahrungen und Erkenntnisse und ist wesentlicher Bestandteil des Psychodramas als Gruppenpsychotherapie.

Wie heißen die 3 Phasen des Psychodramas?

* Lockerung und Erwärmung
* Spiel und Handlung
* Integration (Sharing & Feedback durch die Gruppe)

Die 4 grundlegenden Elemente

In einer Gruppe zu leben und sich im Verhältnis zu einer Gruppe zu verhalten, ist etwas, was durch einen aktiven Prozess anerzogen werden muss. Wir sind nicht die gleichen Personen, wenn wir allein sind, bzw. uns in unserer Familie oder in der Öffentlichkeit bewegen. Wir verhalten uns unterschiedlich. Bestimmte individuelle Angelegenheiten müssen absolut nicht Familien- oder Gruppen Angelegenheiten sein. Es herrschen viele Missverständ-nisse in Bezug auf die vier grundlegenden Elemente, die der Begriff Verantwortung beinhaltet. Die vier Elemente sind Ursache/Grund, Intention, Zustand und Respons. Deshalb werden Begriffe wie Gedanke, Wille und Gewissen wichtig. Diese Begriffe werden mit Psychodramen verbunden, als Dramatisierung eines Gedankenprozesses, eines Dialoges. Seelische Aktivität ist ein Denkprozess im Rahmen der Sinnsuche.

Indikation

Depressive Entwicklungen
Angstneurotische Störungen
Suchterkrankungen
Persönlichkeitsstörungen
Ferner:
Interaktionstraining
Soziales Lernen
Selbsterfahrung & Selbstwahrnehmung
R. Payk

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